Wohnumfeldverbesserung

Um den Alltag in der häuslichen Pflege zu erleichtern, ist eine Wohnumfeldverbesserung ein entscheidener Schritt. Diese Maßnahmen helfen möglichst lange in seinem Zuhause zu bleiben. Gezielte Umbauten schaffen einen barrierefreien Wohnraum, der an die individuellen Bedürfnisse angepasst sind. Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen verhindern, dass sich im alltäglichen Leben überfordert fühlt. Eine solche Umgestaltung des Wohnraums kostet oft richtig viel Geld - damit die Beschaffung von Hilfsmitteln und Umbaumaßnahmen nicht zum Supergauwird, stehen pflegebedürftigen Menschen unterschiedliche finanzielle Förderungen von den gesetzlichen Krankenkassen zur Verfügung. Um in den Genuß dieses Anspruchs zu kommen, benötigt man mind. Pflegestufe 1.

Die folgenden Maßnahmen können grundsätzlich im Rahmen der Wohnumfeldverbesserung nach § 40 Abs. 4 SGB XI übernommen werden.

Die Leistungsvoraussetzungen sind jedoch im Einzelfall zu überprüfen.

Maßnahmen außerhalb der Wohnung/Eingangsbereich Ausstattungsmerkmale Mögliche Veränderung Aufzug Anpassung des Aufzugs an die Bedürfnisse eines Rollstuhlfahrers durch die Schaffung eines ebenerdigen Zugangs, die Installation einer Schalterleiste in Greifhöhe oder die Vergrößerung der Türen; Schaffung von Sitzplätzen; Installation von Haltestangen; Einbau eines Aufzugs in das eigene Haus. Briefkasten Absenkung des Briefkastens auf Greifhöhe. Orientierungshilfen Schaffung von Orientierungshilfen für Sehbehinderte. Treppen Installation von Handläufen; Einbau von Treppenliften; Einbau von fest installierten Rampen; Farbige Stufenmarkierungen an den Vorderkanten der Treppen zur Verhinderung von Stolpergefahren. Türen, Türanschläge, Schwellen Türvergrößerungen; Einbau einer Gegensprechanlage; Abbau von Türschwellen; Einbau von Türen mit pneumatischem Türantrieb oder ähnlichem. Maßnahmen im gesamten Wohnbereich Ausstattungsmerkmale Mögliche Veränderung Bewegungsfläche Umbaumaßnahmen, mit denen eine ausreichende Bewegungsfläche geschaffen wird. Dies kann z. B. die Installation einer Waschmaschine in der Küche anstatt im Bad sein. Bodenbelag Maßnahmen zur Beseitigung von Rutsch- und Sturzgefahren und von Stolperquellen. Fenster Sofern der Pflegebedürftige auf einen kühlen Raum angewiesen ist: Anbringung von elektrischen Rolläden. Heizung Einbau von elektrischen Heizgeräten anstatt von Holz-, Gas-, Öl- oder Kohleöfen. Lichtschalter, Steckdosen, Heizungsventile Für Sehbehinderte: Ertastbare Heizungsventile. Installation von Heizungsventilen, Steckdosen, Lichtschalter in Greifhöhe. Reorganisation der Wohnung Umnutzung der Räume, damit die Raumaufteilung auf veränderte Anforderungen angepasst wird. Türen, Türanschläge, Schwellen Abbau von Türschwellen, Türvergrößerungen, Einbau von Sicherungstüren (zur Vermeidung von Selbst- oder Fremdgefährdung bei desorientierten Personen), Veränderung der Türanschläge (zum erleichterten Zugang zu einzelnen Wohnungsbereichen), Absenkung eines Türspions. Spezielle Maßnahmen in der Küche Ausstattungsmerkmale Mögliche Veränderung Armaturen Installation von Armaturen mit verlängertem Hebel, Schlaufe, Schlauchbrause; Installation von Warmwassergeräten (wenn Warmwasserquellen aufgrund der Pflegebedürftigkeit nicht erreichbar sind und kein fließend warmes Wasser vorhanden ist). Bodenbelag Verlegung eines rutschhemmenden Belags. Kücheneinrichtung Schaffung von Kücheneinrichtungen, welche mit Rollstuhl unterfahrbar sind; Veränderung der Höhe von Arbeitsplatte, Kühlschrank, Herd, Spüle; Schaffung von Herausfahrbaren Unterschränken; Absenkung von Küchenoberschränken. Spezielle Maßnahmen in Bad und WC Ausstattungsmerkmale Mögliche Veränderung Anpassung eines vorhandenen Bades/WC Armaturen Installation von Armaturen mit verlängertem Hebel, Schlaufe, Schlauchbrause; Installation von Warmwassergeräten (wenn Warmwasserquellen aufgrund der Pflegebedürftigkeit nicht erreichbar sind und kein fließend warmes Wasser vorhanden ist). Badewanne Einstiegshilfen in die Badewanne, die einen wesentlichen Eingriff in die Bausubstanz erfordern. Bodenbelag Verlegung eines rutschhemmenden Belags. Duschplatz Einbau einer Dusche, wenn eine Badewanne nicht mehr ohne Fremdhilfe genutzt werden kann; Herstellung eines bodengleichen Zugangs zur Dusche, Einbau einer Duschtasse, wenn baulich kein bodengleicher Zugang möglich ist. Einrichtungsgegenstände Anpassung der Höhe der Einrichtungsgegenstände. Toilette Anpassung der Sitzhöhe durch Sockeleinbau. Waschtisch Anpassung der Höhe des Waschtisches, damit dieser auch im Sitzen oder im Rollstuhl genutzt werden kann. Einbau eines fehlenden Bades/WC Einbau eines nicht vorhandenen Bades oder WC durch Umgestaltung der Wohnung. Werden Fliesen erforderlich, sind diese Kosten ebenfalls im Rahmen des § 40 Abs. 4 SGB XI bezuschussungsfähig. Dies ist z. B. bei der Schaffung eines bodengleichen Zugangs zur Dusche der Fall. Sofern das gesamte Bad mit neuen Fliesen ausgestattet wird, sind die Kosten der Fliesen nicht auf den Bereich der Dusche gesondert zu berechnen. Spezielle Maßnahmen im Schlafzimmer Ausstattungsmerkmale Mögliche Veränderung Bettzugang Schaffung eines freien Zugangs zum Bett durch Umbaumaßnahmen. Bodenbelag Verlegung eines rutschhemmenden Belags. Lichtschalter/Steckdosen Vom Bett aus erreichbare Lichtschalter und Steckdosen. Verfahren Grundsätzlich sollten die Zuschüsse zur Wohnumfeldverbesserung vor Beginn der Maßnahme mit einem Kostenvoranschlag beantragt werden (§ 33 Abs. 1 Satz 1 SGB XI; § 19 Satz 1 SGB IV). Allerdings liegt kein Grund zur Leistungsablehnung vor, wenn die Voraussetzungen nach § 40 Abs. 4 SGB XI erfüllt sind, diese jedoch erst nach der Durchführung der Maßnahme beantragt wird. Jedoch sollte in diesem Zusammenhang beachtet werden, dass die Beweislast beim Pflegebedürftigen liegt, sollten die Anspruchsvoraussetzungen nach bereits durchgeführter Maßnahme nicht mehr genau festgestellt werden können. Sollte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder ein von der Pflegekasse beauftragter Gutachter im Rahmen des im Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit anzufertigenden Gutachtens an die Pflegekasse eine Empfehlung über die notwendige Versorgung mit technischen Pflegehilfsmitteln und bauliche Maßnahmen zur Anpassung des Wohnumfeldes aussprechen, gilt diese Erklärung als Antrag, sofern der Versicherte nichts Gegenteiliges erklärt. Dies gilt auch für die Fälle, wenn im Rahmen der Pflegegeld-Beratungseinsätze eine solche Empfehlung abgegeben wird.

Bei einem Antrag auf Wohnumfeldverbesserung prüft die zuständige Pflegekasse, ggf. unter Einschaltung des MDK oder einer Pflegefachkraft, ob durch die beantragte Leistung die häusliche Pflege ermöglicht, erheblich erleichtert oder eine selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wieder hergestellt werden kann. Sollte es eine einfachere und effektivere Lösung geben, muss die Pflegekasse auch eine entsprechende Empfehlung abgeben.